Landesärztekammer Thüringen " />
Ausstellung: Irlands Norden - eine Fotoreise

Ausstellung: Irlands Norden – eine Fotoreise

8. Februar, 2006  |  , ,

- vom 21.Februar bis 30. April 2006 in der Landesärztekammer Thüringen .

- vom 1.11. bis 30.11.2006 im Foyer des Jentower in Jena

Fotos der Ausstellung


Eröffnungsrede zur Vernissage (von Torsten Kroll)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind hier zu einer Ausstellungseröffnung gekommen und ich hoffe inständigst, nicht nur wegen der Häppchen und der irischen Musik, sondern auch wegen der tollen Fotos die seit heute hier im Foyer der Neuen Mitte ausgestellt sind. Ich bin Torsten Kroll und ein langjähriger Freund und Mitstreiter des hier austellenden Künstlers. Ich möchte ihnen im folgenden mehr über den Fotografen und Menschen Andreas Heidrich erzählen.

Als ich das erste mal vor über 10 Jahren durch ein Freundin zu Andreas gelotst wurde mit den Worten „Der fotografiert auch“, „Der hat ganz viele Dias“ war ich sehr skeptisch. Zum einen weil ich selbst gerade den Schritt vom Hobbyknipser zum Amateurfotograf vollzogen hatte und mich nun natürlich von den sogenannten „Kuck mal wie schön war mein Urlaub“-Diawerfern absetzen wollte und lässig auf sie herabschaute. Voller Vorurteile schaute ich mir ein paar „Irland“-Dias bei Andreas an und kritisierte und mäkelte an jedem Bild. Aber Andreas war nicht verärgert. Im Gegenteil, wir fingen an über jedes Detail der Bilder zu diskutieren und so wurde der Abend immer länger und interessanter. Letztendlich hatte nach diesem Abend viel über Irland und natürlich auch über Andreas gelernt. Interessanterweise schließt irgendwie der Kreis, wenn ich heute zur Eröffnung seiner „Irlands Norden“-Austellung spreche.

Ansel Adams, einer der größten und bekanntesten Landschaftsfotografen schrieb einmal „Die Kamera ist ein Instrument der Liebe und der Offenbarung.“ Andreas hatte sein Instrument der Offenbarung im Alter von 10 Jahren erhalten. Damals lebte er in Zwickau und begann seine Umgebung durch die Linse zu betrachten. Aber was nützt die beste Kamera, wenn man nicht beim Entwicklungsprozess Hand anlegen kann. Also mußte mit 16 Jahren eine Dunkelkammer her. Wer von Ihnen schon mal in einer Dunkelkammer Fotos entwickelt hat, kennt wahrscheinlich die Aufregung wenn im Entwicklerbad langsam die ersten Konturen des Bildes auftauchen und die Freude wenn alle Einstellungen optimal waren und man das Bild nach dem Fixieren im Lichte betrachten konnte. Wenn die Kamera Freude am Objekt und am Betrachten weckt, so weckt die Dunkelkammer die Freude am Bild an sich. Beides sind notwendige Voraussetzungen für eine gelungene Fotografie.

Der Liebe zur Fotografie blieb Andreas über die Schul- und Studienjahre treu. Während des Studiums beteiligte er sich am Fotoclub Wagner, wo wir uns dann öfters trafen und diskutierten. Ich fand es immer angenehm, dass Andreas einer der Fotografen war, für den Technik zwar wichtig aber nur mittel zum Zweck ist. Denn wie der bekannte Fotograf Henri Cartier-Bresson kritisierte „Auf jeden Fall aber kümmern sich die Menschen zuviel um die photographische Technik und zu wenig um das Sehen.“. Keine Frage das Technik durchaus entscheidend für die Art und Weise ist, wie ein Motiv dargestellt werden kann. Aber für ein wichtiges und interessantes Foto ist nicht die Art der Technik entscheidend, sondern nur ob der Künstler die Technik, die verwendet, auch beherrscht. So werden sicherlich einige der hier Anwesenden fragen, mit welcher Kamera die Bilder gemacht wurden und ob es denn echte Fotografien sind oder digitale. Lassen sie sich nicht täuschen, es sind echte digitale Bilder. Denn die alte Praktika ist heute eine digitale Canon und die Dunkelkammer ist heute Photoshop und Co. Und wenn sie nur die Bilder auf sich wirken lassen, werden sie wie der Autor Wilfried Wiegand erkennnen, dass „Selbst der geniale Photograph kein Entdecker ist, sondern er beweist etwas. Während der Maler die Schönheit des Wirklichen zeigt, beweist der Photograph die Wirklicheit des Schönen.“. Und das gilt für die hier gezeigten Bilder ohne Frage.

Andreas beweist diese Wirklichkeit des Schönen nun schon in seiner 5. Einzelaustellung. Und vielleicht haben sie Fotografien von ihm bereits im letzten Jahr im „GalaxSea“ bewundern dürfen, als er sehr spannende Bilder von schönen Frauen in wassernaher Umgebung präsentierte.

Nicht zuletzt ist ja Fotografie der Versuch, andere durch die eigenen Augen sehen zu lassen. Für den geübten Fotografen ist es aber noch viel mehr. Er lässt den Betrachter auch mit seinem Herzen sehen.

Wenn Sie also nun die Fotografien von Andreas Heidrich betrachten, sehen sie Irlands Norden nicht nur als pittoreskes Motiv, sondern auch die tiefe Verbundenheit von Andreas mit Irland und seine Sehnsucht nach Stille und Natur. Wenn ich noch einmal Henri Cartier-Bresson zitieren darf „Nur das Ergebnis zählt, und der einzige Beweis ist der fertige Abzug.“. Ich denke Andreas kann mit dieser Ausstellung als Ergebnis sehr zufrieden sein, es ist der Beweis seiner Meisterschaft im Sehen.

Die Ausstellung wurde unterstützt von